Wer eine private KI für berufliche Fragen nutzt, gibt möglicherweise vertrauliche Informationen an ein externes Unternehmen weiter. Niemand würde einem Fremden den Schlüssel zum Aktenschrank geben. Doch bei der KI landen sensible Informationen oft mit wenigen Klicks außerhalb des Unternehmens.
Sechs Wege nach draußen
- Gespeichert und herausgegeben. Ein US-Gericht verpflichtete OpenAI im Mai 2025, ChatGPT-Gespräche aufzubewahren, auch gelöschte. Der US CLOUD Act und das chinesische Geheimdienstgesetz von 2017 regeln die Herausgabe an Behörden im Sitzland des Anbieters.
- Menschen lesen mit. Google weist für Gemini darauf hin, dass Prüfer Gespräche lesen; gesichtete Gespräche werden bis zu drei Jahre aufbewahrt.
- Die KI lernt daraus. Bei kostenlosen Konten ist das Training mit den Eingaben häufig voreingestellt. Was trainiert ist, lässt sich durch Löschen des Chats nicht zurückholen.
- Pannen beim Anbieter. 2023 sah ein Teil der ChatGPT-Nutzer fremde Gesprächstitel und Zahlungsangaben. 2025 lag eine DeepSeek-Datenbank mit Chatverläufen ohne Passwort offen im Netz.
- Versehentlich veröffentlicht. 2025 wurden geteilte Gespräche von ChatGPT und über 370.000 von Grok über Suchmaschinen auffindbar.
- Das Konto wird gestohlen. 2023 tauchten über 101.000 ChatGPT-Zugangsdaten in gehandelten Beuteprotokollen von Schadprogrammen auf. Wer das Konto hat, hat den ganzen Verlauf.
Was das für Sie bedeutet
- DSGVO: Für Kunden- oder Personaldaten im privaten Konto gibt es keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28. Verantwortlich bleibt der Betrieb.
- Geschäftsgeheimnisse sind nach § 2 GeschGehG nur geschützt, wenn angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen wurden.
- Geheimhaltungsvereinbarungen mit Kunden verbieten fast immer die Weitergabe an Dritte. Ein KI-Anbieter ist ein Dritter.
Was hilft, ohne Verbot
Ein Verbot schiebt die Nutzung tiefer in den Schatten. Was meist fehlt, ist ein offizieller Zugang – mit Vertrag, ohne Training mit den Eingaben und mit bekanntem Speicherort. Dazu eine Regel, die man sich merken kann: Was nicht in eine E-Mail an einen Fremden gehört, gehört nicht in ein privates KI-Konto.
Wir wählen für die Verarbeitung nur Anbieter in Deutschland und der EU, ohne US-Muttergesellschaft. Gespeicherte Dokumente und Chats sind voreingestellt im Browser verschlüsselt. In Team-Konten sieht der Inhaber den Verbrauch je Mitarbeiter, aber keine Inhalte.
Belege
Jeder Fall mit Datum und Fundstelle steht in unserer Wissensbasis zur Schatten-KI. Stand der Angaben: Oktober 2026; Anbieter ändern ihre Bedingungen. Fragen: markus@souveraene-systeme.de